Filzläuse (pediculosis pubis): Ursachen, Symptome & Behandlung

Was ein Befall mit Kopfläusen auf dem Haupt Betroffener auslöst, übernehmen Filzläuse im Intimbereich: Es zwickt und juckt, regt zum Kratzen an und ist irgendwie peinlich. Doch genau wie Pediculus humanus capitis, die Kopflaus ist auch Pediculosis pubis, die Filzlaus ein Parasit – und unterscheidet weder nach Alter und Geschlecht noch nach Hautfarbe, Bildungsniveau und Pflegezustand. Sie greift dort an, wo sie die beste Gelegenheit findet.

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Lokalisation – Hier gefällt es Filzläusen am besten

Wie Kopfläuse befallen Filzläuse am liebsten haarige Körperstellen. Da sie jedoch auch Schweiß mögen, siedeln sie bevorzugt

  • in der Schamgegend
  • in den Achselhöhlen
  • im Analbereich
  • auf der Brust
  • an den Innenseiten der Oberschenkel

Hier sitzen apokrine Schweißdrüsen, die neben dem eigentlichen Sekret auch Zellteile absondern. Sie dienen den Filzläusen als Nahrung, für die sie nicht einmal viel tun müssen. Daher bewegen sie sich kaum und sind nur schwer auszumachen.

Symptome – So geben sich Filzläuse zu erkennen

Zu spüren aber sind sie sehr wohl: An ihren 15-20 mm langen Körpern sitzen drei Beinpaare, die mit kleinen Krallen ausgestattet sind. Damit halten sich die Filzläuse in den Achsel-, Scham- oder Brusthaaren fest. Dieser Umstand allein verursacht keine Symptome.

Doch stechen die Filzläuse in die Haut ihres Wirtes, kann das bei empfindlichen Menschen zu kleinen, bläulich verfärbten Flecken führen – den so genannten tâches bleues. Wissenschaftler gehen davon aus, dass sie durch ein Gemisch aus Eigenblut und Filzlaus-Speichel entstehen. Dieser sorgt bei manchen Personen für starken Juckreiz; weniger Sensible bemerken den Parasiten-Befall häufig nicht.

Bei näherer Betrachtung bzw. unter der Lupe geben sich die Tierchen als kleine hellbraune Punkte zu erkennen. Ihre Eier befestigen sie mittels Spezial-Kleber direkt in den Haaren, wo sie wie winzige Tupfen wirken. Ein Filzlaus-Befall kann also unterschiedliche Symptome auslösen; gilt aber erst durch Auffinden der Tiere oder Nissen als erwiesen.

Verbreitung – Diese Wege benutzen Filzläuse am liebsten

Die Übertragung ist nur zwischen Menschen möglich, da sich Pediculosis pubis auf humane Wirte spezialisiert hat. Sie findet ihre Verbreitung durch engen Körperkontakt oder über Bett- und Leibwäsche.

Da die Tiere bevorzugt im Intimbereich siedeln, infizieren sich die meisten Menschen beim Geschlechtsverkehr – weswegen der Filzlaus-Befall Phthiriasis als sexuell übertragbare Krankheit gilt. Unter schlechten hygienischen Bedingungen wandern die Läuse besonders schnell von einem Wirt zum anderen, so dass sie innerhalb weniger Tage Hunderte von Menschen befallen können.

Da Massenunterkünfte wie Feldlager, Kasernen u.ä. Einrichtungen den Tieren beste Lebens- bzw. Verbreitungs-Bedingungen boten, waren sie hier sehr häufig anzutreffen. Aus diesem Grund werden Filzläuse auch heute noch Soldatenläuse genannt. Andere Alternativ-Namen beziehen sich auf die bevorzugte Lokalisation des Phthiriasis, nach dem die Parasiten als Scham- oder Sackläuse bezeichnet werden.

Eine Übertragung ist jedoch auch außerhalb dieser Bedingungen möglich, so dass ein Filzlaus-Befall nichts über persönliche Hygiene aussagt. Unter bestimmten Umständen können die Erreger auch von Eltern auf Kinder übertragen werden – zum Beispiel, wenn sie dasselbe Bett oder gemeinsame Decken und Handtücher benutzen.

In einem solchen Fall siedeln die Filzläuse bevorzugt in den Härchen der Augenlider und Brauenbögen. Dort lassen sie sich auch bei komplett rasierten Personen nieder – wobei diese Regionen durch fehlende Schweißdrüsen für die Tiere uninteressant sind. Bei Männern kann der Bart von Phthiriasis betroffen sein; doch auch hier finden Filzläuse keine optimalen Bedingungen.

Häufigkeit – So oft sind Filzläuse anzutreffen

Tendenziell sind vor allem Jugendliche und junge Erwachsene bedroht. Langfristige Aufzeichnungen belegen jedoch, dass Filzlaus-Befall in der westlichen Welt stark rückläufig ist. Australische Fachärzte verzeichneten seit 2008 bei ihren Patientinnen keine Neu-Infektionen mehr; bei Männern nahm die Zahl der Erkrankungen um 80% ab.

Als wahrscheinlichen Grund geben Wissenschaftler den langährigen Trend zur Intimrasur an. Das zur Gewohnheit gewordene Entfernen von Scham- und Achselhaar entzieht den Filzläusen die Lebensgrundlage – und stellt eine der besten Prophylaxe-Maßnahmen dar.

Therapie – So wird Filzläusen der Garaus gemacht

Auch bei erfolgtem Phthiriasis ist eine Komplettrasur das erfolgreichste Mittel gegen Filzläuse. Sie garantiert, dass die Eier der Tiere vernichtet werden, so dass keine weiteren Parasiten in den Haaren siedeln können. Um eine Wiederansteckung zu vermeiden, muss sämtliche Bett- und Leibwäsche bei mindestens 60°C gewaschen und / oder so heiß wie möglich getrocknet werden.

Artikel, die so hohe Temperaturen nicht vertragen, sollten für mindesten 14 Tage in luftdicht schließenden Plastiktüten verstaut werden, um die Filzläuse und ihre Nachkommen auszuhungern. Adulte Tiere überleben ohne Wirt bzw. Nahrung nur etwa 24 Stunden; die Nissen jedoch wesentlich länger.

Personen, die ihre Haare nicht entfernen möchten, können auf insektizide Präparate zurückgreifen, die rezeptfrei in jeder Apotheke erhältlich sind. Sie sind allerdings nicht zur Behandlung von Wimpern und Augenbrauen geeignet! Um den Filzlaus-Befall an diesen Stellen in den Griff zu kriegen, müssen fetthaltige Salben aufgetragen werden, unter denen die Tiere ersticken. Anschließend werden die Kadaver mit einer Pinzette entfernt. Damit auch nachschlüpfende Filzläuse vernichtet werden können, empfiehlt sich eine Nachkontrolle der betroffenen Bereiche.

Kontaktpersonen sollten sich ebenfalls auf Phthiriasis untersuchen (lassen) und müssen gegebenenfalls mitbehandelt werden. Bis zum Ende der Therapie bzw. dem vollständigen Abklingen des Filzlaus-Befalls sind intime Begegnungen und gemeinsame Schlafstätten bzw. Handtücher zu meiden.

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