Feigwarzen und Krebserkrankungen: Folgen der HPV-Infektion

Keine Geschlechtserkrankung ist so harmlos und gleichzeitig so gefährlich wie eine Infektion mit Papillom-Viren. Je nachdem, welche der über 100 Arten den Organismus befallen, entstehen harmlose Feigwarzen oder bösartige Krebs-Geschwüre. Warum die Erreger so unterschiedlich wirken, erläutert dieser Beitrag.

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Geduldige Viren mit hoher Schlagkraft

Von einer Infektion bemerken die Betroffenen zunächst nichts. Erst einige Wochen nachdem die Papillom-Viren in den Organismus eingedrungen sind, zeigen sich im Genitalbereich stecknadelkopfgroße Erhebungen unter der Haut. Sie werden als Feigwarzen bezeichnet – und machen diesem Namen alle Ehre, denn außer quälendem Juckreiz verursachen sie keine weiteren Beschwerden. Manchmal verschwinden die kleinen Gebilde so plötzlich wie sie gekommen sind und lassen sich nie wieder blicken.

Doch so harmlos wie sie scheinen, sind Feigwarzen nicht! Für gewöhnlich bilden sie nur die Vorhut eines größeren Heeres aus mehreren unterschiedlichen Viren-Arten. Diese fallen gruppenweise in den Organismus ein und schicken die Schwächsten vor, um von sich abzulenken. Stärkere Team-Mitglieder halten sich im Hintergrund und warten auf einen geeigneten Augenblick um “zuzuschlagen”.

Das kann Jahre oder Jahrzehnte dauern und an relativ belanglose Ereignisse geknüpft sein – eine Erkältung, eine stressige Phase oder ein emotionales Trauma beispielsweise; aber auch an die körperliche Umstellung während der so genannten Wechseljahre oder an altersbedingte Stoffwechsel-Erkrankungen.

Mögliche Folgen eines Befalls

Das gleicht dem berühmt-berüchtigten Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. In Folge einer (vorrübergehenden) Abwehrschwäche oder nachlassender Hormonproduktion zeigen Papillom-Viren ihr wahres Gesicht und lassen erkennen, wozu sie fähig sind: Statt harmloser Hautwucherungen produzieren sie Krebs-Geschwüre.

Die bilden sich bevorzugt dort, wo auch die Feigwarzen sitzen: an den inneren oder äußeren Geschlechtsorganen bzw. am oder im Rektal-Bereich. Konkreter gesagt

  • auf den Schamlippen
  • am Scheideneingang
  • an der Vorhaut
  • auf der Eichel
  • in der Harnröhre
  • in der Nähe des Afters
  • im Enddarm
  • im Gebärmutterhals

Entsprechend dieser Verortung kann ein Befall mit Papillom-Viren zu

  • Vulva-,
  • Vaginal-
  • Penis-,
  • Harnröhren-,
  • Anal-,
  • Gebärmutterhalskrebs

führen.

Doch nicht alle Papillom-Viren verursachen Krebs-Erkrankungen. Nur ein Bruchteil der über 100 bekannten Arten ist in der Lage, bösartige Wucherungen zu produzieren; der überwiegende Rest ist in dieser Hinsicht ungefährlich. Er infiziert den Körper ähnlich wie Schnupfen-Erreger und bleibt von den Betroffenen mitunter sogar völlig unbemerkt.

Nur, wenn sich die oben beschriebenen Feigwarzen bilden, wird die Infektion sichtbar und lässt vermuten, dass sich weitere Viren der Papillom-Familie im Organismus angesiedelt haben. In 70-90 Prozent der Fälle sind die Erreger binnen Zwei-Jahres-Frist nicht mehr nachweisbar – was theoretisch als gutes Zeichen gewertet werden könnte.

Aber zehn von 1.000 Frauen stecken eine Papillom-Viren-Infektion nicht so einfach “weg”. Sie erkranken über kurz oder lang an Gebärmutterhalskrebs, an dem drei von zehn Betroffenen sterben. Bei Männern liegt die Erkrankungsrate unter diesem Wert; doch auch sie können durch einen der Erreger Krebs ausbilden, der in Einzelfällen tödlich verläuft.

Schutz durch vorbeugende Maßnahmen

Zum Glück gibt es Prophylaxe-Maßnahmen, die sowohl weibliche wie männliche Organismen vor einem Befall mit Papillom-Viren schützen können:

Impfung

Für Mädchen und Jungen im Jugendalter empfehlen sich vorbeugende Impfungen. Sie sollten noch vor dem ersten Geschlechtsverkehr erfolgen, um eine Infektion über unwissentlich infizierte Sexual-Partner/-innen abzuwenden. Die verabreichten Seri wirken jedoch nur gegen bestimmte Papillom-Viren, so dass diese Maßnahme zwar das Ansteckungs-Risiko mindert, aber keinen 100%-igen Schutz vor späteren Krebs-Erkrankungen bietet.

Safer Sex

Ein beinahe zuverlässigeres Mittel sind Kondome, da sie eine Übertragung aller Erreger-Arten verhindern. Doch auch hierbei muss mit zweierlei Maß gemessen werden, denn Papillom-Viren können schon durch einfachen Hautkontakt auf andere Personen überspringen. Haben sich am Körper bereits Feigwarzen gebildet, ist die Gefahr besonders groß.

Persönliche Hygiene

Aus diesem Grund raten Mediziner zu weiteren, einfach umzusetzenden Schutzmaßnahmen. Personengebundene Bad-Textilien, Unterwäsche und Pflege-Gegenstände sowie der Gebrauch von Badelatschen und Gummihandschuhen mindern das Infektions-Risiko zusätzlich. Prinzipiell unterscheiden Papillom-Viren jedoch nicht nach Lokalisation; sie können jedes Haut-Areal befallen, so dass die Erreger auf verschiedenen Wegen in den Organismus gelangen.

Auch ohne Anzeichen zum Arzt

Nicht bei jedem / jeder führen sie zu so typischen Symptomen wie Feigwarzen. Etwa 14% aller Infizierten bemerken die Einnistung der Papillom-Viren gar nicht – können sie aber jederzeit an andere Personen weitergeben.

Wer an sich selbst Anzeichen eines Befalls feststellt, sollte sich vertrauensvoll an einen Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten wenden. Diese Fachärzte kennen die tückische Arbeitsweise der Papillom-Viren sehr gut und können am besten abschätzen, welcher Handlungsbedarf besteht.

Vor allem Frauen sollten Vorsicht walten lassen und regelmäßige Vorsorge-Untersuchungen durchführen lassen. Sie beinhalten Maßnahmen wie den PAP-Abstrich oder die Anfertigung eines koloskopischen Bildes, welche den Befall mit gefährlichen Papillom-Viren erkennen lassen und das Wachstum von Krebs-Geschwüren zu verhindern helfen.

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