Vagina riecht komisch: Mögliche Ursachen, Online-Diagnose & Therapie

Was Grenouille aus Patrick Süskinds Roman Das Parfüm in einen wahren Schöpfungsrausch versetzte, ruft bei manchen Frauen blankes Entsetzen hervor. Sobald sie Gerüche aus einer bestimmten Körperregion wahrnehmen, durchfährt sie ein Schreck – begleitet von dem Gedanken „Hilfe, meine Scheide riecht komisch!“. Dabei kann dieser Umstand ganz verschiedene Gründe haben. Nicht jeder davon gibt Anlass zur Sorge; andere sollten schnellstmöglich abgeklärt werden, weil sie Vorboten einer Erkrankung sein können.

Inhalt:

Scheidengeruch
Harmlose Gerüche
Erkrankungen
Arzt fragen

Die persönliche Marke

Zunächst sollte jede Frau wissen, dass sie einen Eigengeruch hat. Er ist so individuell wie ihr Charakter und wird normalerweise nur von anderen Menschen wahrgenommen. Je nachdem, in welchem Verhältnis sie zu der betreffenden Person stehen, empfinden sie den persönlichen Duft einer Frau als angenehm, erregend, beruhigend, abstoßend, beängstigend usw.

Dieser Eigengeruch kann sich durch zahlreiche Einflüsse ändern und prägt dadurch auch die Effekte, die er hervorruft.

Am deutlichsten wird das während der Pubertät, wenn sich in den süßen Kinder-Duft immer mehr Raubtierhaftes mengt und schließlich die Oberhand gewinnt. Gleichzeitig entwickeln die meisten Jugendlichen ein besonders feines Näschen für das, was ihnen „gewaltig stinkt“. Gerüche, die sie vor Kurzem noch angenehm fanden, lösen jetzt „voll den Ekel“ aus oder umgekehrt.

Dieses hormonell bedingte Phänomen ist auch aus anderen Bereichen bekannt. So nehmen schwangere oder stillende Frauen Düfte viel intensiver wahr und ein Mann, der sich von seiner Partnerin getrennt hat, kann diese plötzlich „nicht mehr riechen“. Pegelt sich der Hormonspiegel nach Schwangerschaft und Stillzeit bzw. im Laufe des Trauerprozesses wieder ein, lässt auch die olfaktorische Überempfindlichkeit nach.

Alles ganz natürlich

Doch was hat das alles mit Scheidengeruch zu tun? Ziemlich viel – denn die Fähigkeit, ihn wahrzunehmen, ist ebenfalls an äußere Umstände geknüpft. Eine Frau riecht sich selbst nur dann, wenn ihr Körper anders arbeitet als gewöhnlich.

Selbst bei vernachlässigter Pflege bekommt sie ihren eigenen Intimbereich kaum mit – weil ihrer Nase der Duft so bekannt ist, dass sie ihn einfach ausblendet. Es ist der gleiche Effekt, der bei Parfumeuren, Weinverkostern oder Kanalarbeitern eintritt: die so genannte Geruchs-Adaption.

Von daher müsste der Satz „Meine Vagina riecht komisch!“ wohl eher lauten „Deine Vagina riecht komisch!“. Doch das wäre nicht nur höchst peinlich, sondern auch noch falsch. Einige Düfte können Frauen nämlich auch dann wahrnehmen, wenn sie aus ihrem eigenen Körper dringen.

Dazu gehören die Gerüche von Stoffwechselprodukten wie

  • Urin,
  • Kot,
  • Winden und
  • Erbrochenem

sowie die „Eigenmarken“ von

  • Blut,
  • Schweiß und
  • Sperma.

Die drei zuletzt genannten Flüssigkeiten sind mit Abstand der häufigste Grund, warum Frauen zu der Ansicht kommen „Meine Scheide riecht komisch!“. Sobald Blut, Schweiß oder Sperma mit dem Gasgemisch der Umgebungsluft in Berührung kommen, gehen sie chemische Reaktionen ein. Manche lösen einen Farbwechsel aus, andere lassen Gerüche entstehen.

Eine Frau, die meint, ihre Vagina riecht komisch, nimmt also eventuell nur die logischen Folgen ihrer Monatsblutung, von starkem Schwitzen oder von vorangegangenem Geschlechtsverkehr wahr.

Geschmacksstoffe sind auch Geruchsstoffe

Darüber hinaus gibt es eine Reihe weiterer Auslöser für auffallende Düfte. Viele stehen in engem Zusammenhang mit der Verdauungstätigkeit oder dem Blut- und Lymphfluss – so dass nicht nur die Vagina riecht, sondern auch Mund- und / oder Körpergeruch auftritt.

So können bestimmte Speisen, Getränke und Medikamente zu einer recht intensiven „Duft-Wolke“ führen, die Betroffene sowohl über die Haut als auch über die Atemluft und über die Schleimhäute abgeben. Das wohl bekannteste Beispiel dafür ist Knoblauch, dessen ätherische Öle und Schwefelverbindungen sich über das Blut bis in den kleinsten Winkel des Körpers verteilen.

In einem äußerst interessanten Test fanden Wissenschaftler heraus, dass sich vor allem aphrodisierende Nahrungsmittel im Scheidengeruch widerspiegeln. Dabei lagen die Lust-Booster Chili, Austern und Sellerie ganz vorn. Doch auch andere intensiv schmeckende Produkte wie Garnelen, Lachs oder Ananas können dafür sorgen, dass die Vagina riecht. Der Effekt stellt sich 6-48 Stunden nach dem Essen ein und klingt innerhalb von 1-2 Tagen wieder ab.

Die Aromen von Genussmitteln wie Kaffee, Alkohol und Tabak schlagen sich ebenfalls im Intimbereich nieder und können bei „Ungeübten“ den Eindruck erwecken, dass die Scheide komisch riecht. Oft führen auch Süßwaren zu einem ganz speziellen Duft – der allerdings andere Ursachen hat als das bloße Naschen:

Echte Störfaktoren

Außer den bisher genannten Gründen gibt es nämlich noch weitaus schwerwiegendere Auslöser für Scheidengeruch.

gestörter pH-Wert

Üblicherweise herrscht in der Vagina ein leicht saures Milieu. Es entsteht durch die Arbeit von Milchsäurebakterien und sorgt dafür, dass Erreger bereits „an der Tür“ abgewiesen werden.

Wird das fein ausbalancierte Verhältnis gestört, gewinnen andere Bakterien-Arten die Oberhand und erleichtern Keimen das Eindringen. Zu erkennen ist das an vermehrtem Ausfluss und gelegentlich auch am Geruch.

Sehr häufig hat ein gestörter pH-Wert ganz profane Ursachen, denen Betroffene leicht entgegenwirken können. Sondert die Scheide auf Grund

  • übertriebener Intimhygiene,
  • falscher Pflegemittel,
  • übermäßigen Zuckerkonsums oder
  • einer Antibiotika-Behandlung

Sekret und Geruch ab, kann Naturjoghurt das „gekippte“ Milieu wieder ins Gleichgewicht bringen. Dazu genügt es, einen entsprechend getränkten Tampon in die Vagina einzuführen.

Einige Hersteller bieten vorgefertigte Artikel dieser Art an. Vom dauerhaften oder prophylaktischen Gebrauch probiotisch beschichteter Monatshygiene sollten Frauen jedoch absehen – sonst verkehrt sich der Effekt dieser Tampons ins Gegenteil.

Infektionen

Hat der gestörte pH-Wert Erreger in die Vagina eindringen lassen, entstehen oft ganz typische Gerüche, an denen der jeweilige „Störenfried“ sofort zu erkennen ist.

  • Parasiten
  • Pilze
  • Chlamydien
  • Bakterien
  • Viren

rufen jeweils eigene „Duft-Kompositionen“ hervor.

Frauen, die feststellen, dass ihre Scheide riecht, sollten sich nicht scheuen, eine „Geruchsprobe“ zu nehmen. Das funktioniert am besten mit einer zuvor getragenen Slipeinlage oder etwas Toilettenpapier. Natürlich müssen diese Produkte unparfümiert sein – was sich im Interesse eines ausbalancierten pH-Wertes ohnehin empfiehlt.

Was eine Frau wahrnimmt, die an einer solchen Probe aus ihrer Scheide riecht, ist ganz individuell, denn sowohl ihr Eigengeruch als auch ihr Geruchsempfinden sind persönlich geprägt. Tendenziell sind bei Erreger-Befall ein paar charakteristische Aromen zu erkennen. Die Scheide bzw. das Scheidensekret kann süßlich oder säuerlich riechen bzw. an Champignons oder verdorbenen Fisch erinnern.

Hautreizungen

Auch Hautreizungen rufen gelegentlich einen recht typischen Geruch hervor. So kommt es im fortgeschrittenen Stadium des so genannten <https://online-hautarzt.net/hautwolf-intertrigo/> zu einem unangenehmen süßlichen Duft. Ist die Intimzone betroffen, erweckt er den Anschein, als ob die Vagina riecht.

Für gewöhnlich machen sich mechanische Reize dieser Art aber bereits im Vorfeld bemerkbar. Die Wahrscheinlichkeit, Scheidengeruch durch Intertrigo zu entwickeln, ist also eher unwahrscheinlich.

Dennoch sollten Frauen, deren Vagina riecht, immer auf Hautveränderungen achten. Zeigen sich auf oder zwischen den Schamlippen Rötungen und / oder Schwellungen bzw. Pusteln, Warzen oder Geschwüre, deutet das auf eine Erkrankung hin.

Inkontinenz

Manche Leserinnen dieses Beitrags mögen schmunzeln – doch es gibt Frauen, die das Naheliegende außer Acht lassen. Ganz einfach aus dem Grund, weil sie es bei sich für unmöglich halten oder das Phänomen noch nie verspürt haben.

Auch Inkontinenz kommt als Ursache für Scheidengeruch in Betracht – wobei die Vagina in diesem Falle nur vermeintlich riecht. Auslöser sind manchmal kaum wahrnehmbare Urin-Mengen, die beim Niesen, Lachen oder Husten abgehen.

Der Grund dafür ist eine erschlaffte Beckenboden- oder Harnblasen-Muskulatur – zum Beispiel als Folge von Schwangerschaft und Geburt bzw. als Begleiterscheinung des Alterungsprozesses. Mit gezielten Übungen und / oder speziellen Hygiene-Artikeln lässt sich Scheidengeruch dieser Art in den Griff kriegen.

Ist jede Vagina, die riecht, ein Fall für den Arzt?

So viel zu den unterschiedlichen Gründen, die bewirken, dass die Scheide riecht – ob in den Nasen anderer oder in der eigenen. Wann aber können Frauen sicher sein, dass nichts Ernsthaftes dahinter steckt?

Dafür gibt es ein recht zuverlässiges Indiz: das eigene Körpergefühl. Viele moderne Menschen haben verlernt, darauf zu „hören“ und machen sich manche Diagnose unnötig schwer oder viel zu leicht.

Kommt eine Frau zu der Ansicht, ihre Scheide riecht komisch, sollte sie zunächst prüfen, ob Umstände wie

  • Sex
  • Sport
  • die Regelblutung
  • der Genuss bestimmter Nahrungs- oder Genussmittel
  • die Einnahme von Medikamenten

eine Ursache sein könnten.

Wird der Geruch von

begleitet, ist Achtung geboten. Diese Symptome sind häufige Begleiterscheinungen von Infektionen, die durch einen Arzt geprüft werden sollten.

Gleiches gilt für Scheidengeruch, der zwar ohne Nebenwirkungen auftritt, aber sehr streng ist. Hier gibt schon das unangenehme Gefühl einen Grund, die Ursache abklären zu lassen.

Betroffene Frauen dürfen das Problem beim Gynäkologen ganz offen ansprechen. Als Facharzt für venerische Erkrankungen weiß er die Symptome zu deuten und erkennt bereits an der Schilderung, warum die Scheide riecht.

Hat er einen bestimmten Verdacht, kann es sogar sein, dass er selbst eine „Geruchsprobe“ nimmt und auf Grund wahrgenommener Düfte gezielte Laboruntersuchungen veranlasst. Das ist zum Beispiel bei vermuteter Trichomoniasis der Fall. Unerfahrene Patientinnen sollten daher nicht erschrecken, wenn sich der Arzt die Slipeinlage reichen lässt oder an einer Sekretprobe aus der Vagina riecht.

Arzt fragen

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