Ausschlag an der Vagina – Online-Diagnose & Therapie durch Hautärzte

Ein Ausschlag an der Vagina kommt meistens plötzlich und ohne Vorankündigung. Häufig tritt eine solche Hautirritation nicht nur optisch in Erscheinung, sie macht sich auch durch einen sehr unangenehmen Juckreiz oder ein Brennen bemerkbar. Aus Scham gehen viele Betroffene nicht zum Arzt, sondern versuchen, dem Übel mit irgendwelchen Hausmitteln oder frei verkäuflichen Salben beizukommen. Allerdings können dem Problem so zahlreiche Ursachen zugrunde liegen, dass eine Selbstbehandlung oftmals nicht von Erfolg gekrönt ist. Unser Experte, Dr. Titus Brinker aus Heidelberg, informiert Sie über die wichtigsten Auslöser, die Symptome und die mögliche Behandlung bei Ausschlag an der Vagina. Eine Online-Diagnose durch Heidelberger Hautärzte ist über unsere Startseite möglich.

Bild: Ausschlag an der Scheide ist meist gut behandelbar.

Ursachen
↓ Sexuell-übertragbare-Krankheiten
↓ Parasiten
↓ Allergien
↓ Verletzungen
↓ Symptome
↓ Therapie

Nicht immer ist ein Pilz daran schuld

Wenn es im Vaginalbereich juckt und Hautveränderungen zu sehen sind, assoziieren die meisten Frauen das mit Scheidenpilz (Candidose). In fünfzig Prozent aller Fälle liegen sie damit auch richtig. Ebenso gut können aber auch folgende Auslöser infrage kommen:

Sexuell übertragbare Krankheiten

Sexuell übertragbare Krankheiten zählen zu den wichtigsten Auslösern für Hautausschläge im Intimbereich. Genitalherpes macht sich beispielsweise durch eine Rötung und einen quälenden Juckreiz bemerkbar. Hinter einer Hauterkrankung im Bereich der Vagina können aber auch Erkrankungen wie  Syphilis, Gonorrhoe oder eine Chlamydieninfektion stecken.

Parasiten

Häufige Ursache für Ausschlag an der Vagina ist ein parasitärer Befall durch  Filzläuse. Diese werden beim Geschlechtsverkehr übertragen und nisten sich in der Schambehaarung ein. Da sie sich kaum bewegen, sind sie ohne optische Hilfsmittel nur schwer zu erkennen. Gesundheitlich schwerwiegende Folgen hat ein Filzlausbefall nicht. Das Jucken ist jedoch sehr unangenehm. Außerdem besteht durch die aufgekratzten Hautstellen eine höhere Ansteckungsgefahr für HIV und andere sexuell übertragbare Krankheiten. Ein weiterer Parasit, der sich gern im Intimbereich aufhält, ist die Krätzmilbe, auch Skabies genannt. Allerdings sind Frauen hiervon deutlich seltener betroffen als Männer.

Allergien

Der Intimbereich ist ein sehr empfindliches Hautareal. Schon kleinste Irritationen können eine allergische Reaktion in Form eines Hautausschlags verursachen. Zu den möglichen Auslösern eines allergischen Ekzems zählen:

  • Medikamente,
  • Cremes und Salben,
  • Kondome,
  • Waschmittel sowie
  • Binden und Slipeinlagen.

Verletzungen

Zeigt sich der Ausschlag im Vaginalbereich in Form kleiner Pickel, können kleinste Hautverletzungen durch die Intimrasur die Ursache dafür sein. Durch diese können Allergene und Bakterien in die Haut eintreten und dort sichtbare Reizungen verursachen. Auch Verletzungen, die durch sexuelle Aktivitäten entstehen, können Erregern und Allergenen den Eintritt in die Haut erleichtern und so einen Hautausschlag herbeiführen. In aller Regel verschwindet dieser jedoch von allein wieder, sobald die Läsionen abgeheilt sind.

Bei sehr adipösen Frauen kann auch die Reibung der Haut zu kleinsten, ausschlagauslösenden Verletzungen führen.

Tumorerkankungen

Tumorerkrankungen zählen zu den seltensten Auslösern für Ausschlag an der Vagina. Ein Beispiel für eine solche Erkrankung bei der Frau ist das Vulvakarzinom, zu dessen häufigsten Symptomen Juckreiz, weiße Hautbeläge und rote, nicht heilende, nässende Risse im Bereich der Schamlippen gehören.

Unterschiedliche Ursachen – verschiedene Erscheinungsbilder

Je nach zugrundeliegender Erkrankung können Hautausschläge im Intimbereich sehr unterschiedlich in Erscheinung treten. Genitalherpes äußert sich beispielsweise durch mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen, die nach einiger Zeit von allein eintrocknen und abheilen. Pilzerkrankungen werden begleitet von Hautveränderungen (Papeln) und weißlichen Belägen. Juckende Knötchen und weißliche Hautveränderungen an den Schamlippen und am Scheideneingang können hingegen ein Zeichen für die Haut- und Schleimhauterkrankung Lichen sclerosus et atropicus (LSA) sein.

Begleitsymptome

Ein klassisches Begleitsymptom für Ausschlag an der Vagina ist der bereits erwähnte Juckreiz. Durch Manipulationen wie Kratzen entstehen sekundär häufig kleine Verletzungen und Schmerzen. Darüber hinaus kann ein Hautausschlag im Intimbereich auch mit Fieber und einer allgemeinen Abgeschlagenheit verbunden sein.

Das Jucken tritt vor allem im Zusammenhang mit einem parasitären Befall oder einem Vaginalpilz in Erscheinung. Es kann aber auch auf eine allergische Reaktion hinweisen.

Liegen dem Ausschlag sexuell übertragbare Erkrankungen wie  Gonorrhoe zugrunde, können parallel dazu auch Entzündungen der Harnwege auftreten. Diese äußern sich durch Schmerzen beim Wasserlassen. Bei einigen Krankheiten leiden die betroffenen Frauen gleichzeitig unter einem zum Teil übelriechenden Ausfluss.

Bei anhaltenden Beschwerden unbedingt zum Arzt

Aufgrund der Vielzahl der möglichen Ursachen eines Ausschlags im Intimbereich der Frau ist eine exakte Diagnose unerlässlich. Am Anfang der Diagnostik steht in jedem Fall das Arzt-Patienten-Gespräch, in dem der Arzt alle relevanten Informationen von der Patientin erfragt. Wichtig in diesem Zusammenhang sind insbesondere bestehende Hauterkrankungen und Allergien, der Zeitpunkt des Auftretens der Hautirritation sowie mögliche ursächliche Faktoren. Ebenfalls von Bedeutung sind Begleitsymptome wie Juckreiz, Fieber und Ausfluss.

Da sexuell übertragbare Krankheiten zu den Hauptursachen von Ausschlägen an der Vagina zählen, nimmt die Sexualanamnese einen besonderen Stellenwert ein. Hierbei geht der Arzt der Frage nach, ob die Hauterkrankung in zeitlichem Zusammenhang mit einem Geschlechtsverkehr, im Speziellen mit einem neuen Partner, aufgetreten ist. Gemeinhin erfolgt zunächst jedoch eine genaue Untersuchung des betroffenen Hautbereichs, bei der auch angrenzende Areale wie die Analregion, die Oberschenkel, der Unterbauch und der untere Rücken mit einbezogen werden. Oftmals tastet der Mediziner auch die umliegenden Lymphknoten ab, da deren Vergrößerung einen Hinweis auf infektiöse Ursachen bietet.

Viele Diagnosen wie ein Filzlausbefall lassen sich schon durch die Beobachtung des Ausschlags ableiten. Andere erfordern die genauere Beurteilung eines Hautabstrichs unter dem Mikroskop. Das trifft zum Beispiel auf einige Pilzinfektionen zu. Mithilfe eines solchen Abstrichs kann im Labor auch eine Anzüchtung zum Nachweis des Erregers angelegt werden.

Darüber hinaus ist es möglich, eine Hautprobe (Biopsie) zu entnehmen und diese ebenfalls unter dem Mikroskop zu untersuchen. Einige Erkrankungen lassen sich außerdem über spezielle Blutuntersuchungen nachweisen.

Nicht immer genügt eine Salbe

Welche Behandlung für einen Ausschlag an der Vagina infrage kommt, richtet sich nach der zugrundeliegenden Ursache. Einige Erkrankungen lassen sich mit Salben oder Tropfen therapieren, welche direkt auf die Haut aufgetragen werden. Ein gängiger Wirkstoff für Filzläuse ist beispielsweise Permethrin, während bei einem Ausschlag durch Herpes Genitalis eine Aciclovir-haltige Salbe zur Anwendung kommt. Wichtig sind das konsequente Auftragen des Medikaments sowie die Mitbehandlung des Partners, damit sich beide nicht immer wieder gegenseitig anstecken.

Bakterielle Infektionen werden meist mit Antibiotika behandelt. Liegt die Ursache in der Besiedlung der Vagina mit einem Scheidenpilz, wird der Hautausschlag mit Vaginalcremes oder Vaginalzäpfchen therapiert, die Pilz bekämpfende Wirkstoffe wie Nystatin oder Clotrimazol enthalten.

Allergische Ausschläge im Intimbereich bedürfen einer umfassenden Diagnostik, um den zugrundeliegenden Auslöser zu identifizieren. Ist dieser gefunden, besteht die Behandlung meist darin, einen Kontakt mit dem Allergen künftig zu vermeiden. Vorübergehend können auch kortisonhaltige Salben zur Linderung der Beschwerden eingesetzt werden.

Um das Entstehen von Hautausschlägen nach der Rasur zu verhindern, empfiehlt es sich, in Wuchsrichtung der Haare zu rasieren. Beruhigende neutrale Salben wie Bepanthen können der gereizten Haut ebenso Linderung verschaffen wie Babypuder oder antibakterielle After-Shave-Balsame.

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