Vorhaut-Verengung (Phimose): Online-Diagnose & Hilfe von Hautärzten

Die Vorhaut lässt sich kaum oder nicht mehr über die Eichel zurückschieben? Das Wasserlassen ist erschwert, und der Harnstrahl ist deutlich abgeschwächt und sehr dünn? Selbst die Sexualität macht keinen Spaß mehr, da sie sehr schmerzhaft sein kann? Das klingt nach einer Phimose, die unter anderem die genannten Symptome aufweist. Welche Ursachen sie hat und wie die Vorhautverengung behandelt wird – Antworten auf diese und andere Fragen gibt der Experte Dr. Titus Brinker, Dermatologe aus Heidelberg. Sofern Sie dann immernoch Fragen haben, können über unsere Startseite Hautfachärzte aus Heidelberg auf der Grundlage anonymer Handyfotos individuell online beraten.

Was ist eine Phimose?
Symptome
Diagnose
Ursachen
Therapie

Was ist eine Phimose?

Die Phimose oder Vorhautverengung bezeichnet die Verengung der Vorhaut oder ihre rüsselartige Verlängerung. Das führt dazu, dass sie nur unter Schmerzen oder überhaupt nicht hinter die Eichel des Penis gestreift werden kann. Meistens ist sie angeboren, sodass sie vorwiegend bei Kindern und seltener bei Erwachsenen vorkommt. Neben der angeborenen Vorhautverengung gibt es auch die erworbene Phimose, die eine Folge ist von Verletzungen oder lokalen Entzündungen. Insoweit lassen sich zwei Hauptformen unterscheiden, die absolute oder vollständige Vorhautverengung und die unvollständige oder relative Phimose. Bei der absoluten Phimose ist es weder beim steifen noch beim erschlafften Penis möglich, die Vorhaut zurückzuschieben, während sie bei der relativen Phimose lediglich beim erigierten Penis nicht zurückgestreift werden kann.

Im Säuglings- und Kindesalter ist eine Phimose ein Normalbefund, wobei sie im Zeitpunkt der Geburt bei 96 Prozent liegt. Die Vorhaut kann nicht verschoben werden, weil die innere Vorhautschicht mit der Eichel verklebt ist. Das ist ein natürlicher Mechanismus, der dafür sorgt, dass die empfindliche Haut der Eichel nicht mit Urin oder Kot in Berührung kommt. Diese physiologische Vorhautverklebung löst sich mit der Zeit durch Reifungsvorgänge. Dies geschieht durch wiederkehrende unwillkürliche Erektionen sowie durch eine Verstärkung der Vorhaut, die zusammen den Lösungsprozess der Vorhaut von der Eichel unterstützen. Ab dem dritten Lebensjahr ist die Vorhaut bei rund 80 Prozent der Jungen beweglich und ab dem fünften Lebensjahr verschiebbar. Besteht die Phimose über dieses Alter hinaus, kann eine Behandlung gerechtfertigt sein, um das Risiko von Harnweginfekten und Entzündungen zu reduzieren. Bis zu sieben Prozent der sechs- bis siebenjährigen Jungen und rund ein Prozent der 16- bis 18-Jährigen sind von einer Vorhautverengung betroffen, während die Häufigkeit der Phimose mit zunehmendem Lebensalter sinkt. Insbesondere bei Säuglingen und Kleinkindern sollte die Vorhaut nicht mit Gewalt zurückgeschoben werden. Dabei kann es durch den engen Ring der Vorhaut zu einer Abschnürung der Eichel kommen.

Welche Symptome für eine Phimose sprechen

Es gibt bestimmte Anzeichen, die signifikant für eine Vorhautverengung sind. Für eine Phimose spricht, dass die Vorhaut beim erigierten und nicht erigierten Glied nicht vollständig zurückgezogen werden kann. Hinzu kommen können Schmerzen, die während des Geschlechtsverkehrs oder im Zusammenhang mit einer Erektion im Bereich der zu engen Vorhaut auftreten. Durch eine Phimose kann es zu Erektionsstörungen kommen, die auch eine Ejakulation behindern können. Es kann außerdem vermehrt zu Infektionen und Entzündungen im Bereich der Vorhaut kommen, die durch eine Phimose begünstigt werden. Eine Vorhautverengung wird außerdem beim Wasserlassen sichtbar. Durch die verengte Vorhaut kann sich der Harnstrahl abschwächen und sehr dünn werden oder sich verdrehen. Während des Wasserlassens kann die zu enge Vorhaut ballonieren. Das bedeutet, dass sie sich beim Wasserlassen durch den Rückstau von Urin aufbläst.

Eine Vorhautverengung diagnostizieren

Um die Phimose zu diagnostizieren, ist eine körperliche Untersuchung beim Urologen Voraussetzung. Er prüft, ob sich die Vorhaut vollständig oder teilweise über die Vorhaut zurückschieben lässt. Außerdem kontrolliert er, ob sich ein Schnürring gebildet hat. Steht die Diagnose fest, wird der Urologe mit dem Patienten die Behandlungsmethoden besprechen, die zur Verfügung stehen und die für eine Behandlung geeignet sind.

Von der Phimose abzugrenzen ist die Verkürzung des Vorhautbändchens. Zu erkennen ist sie an einem verkürzten Frenulum, das zu entzündlichen Veränderungen neigt oder sich bereits narbig verändert hat. Das Vorhautbändchen befindet sich unterhalb der Harnröhrenmündung an der Unterseite der Eichel und erstreckt sich bis zum Vorhautansatz. Ein zu kurzes Frenulum spannt beim Zurückziehen der Vorhaut und bei einer Erektion, sodass die Eichel nach unten gezogen wird. Es kann passieren, dass ein zu kurzes Frenulum beim Geschlechtsverkehr einreißt. Abhilfe schafft die operative Durchtrennung des Bindegewebsbandes, das unterhalb des Penis verläuft. Ein verkürztes Vorhautbändchen kann gleichzeitig mit einer Phimoseauftreten. Die Vorhautverengung ist außerdem von der Paraphimose zu unterscheiden, bei der es sich um einen sehr schmerzhaften Zustand handelt. Grund ist, dass sich die über die Eichel zurückgestreifte Vorhaut nicht mehr in ihre Ausgangslage zurückführen lässt. Stattdessen schnürt sie die Spitze des Penis ab, was im Fachjargon als sogenannter spanischer Kragen bezeichnet wird. Eine Paraphimose ist ein medizinischer Notfall, der unverzüglich behandelt werden muss, da es ansonsten zu schweren Schädigungen der Eichel kommen kann.

Phimose – Ursachen und Risikofaktoren

Bis zum Abschluss der Pubertät kann es bei Jungen normal sein, dass sie eine teilweise oder vollständige Phimose aufweisen und sich die Vorhaut nicht über die Eichel schieben lässt. Lediglich rund ein Prozent behält die Vorhautverengung dauerhaft, was als primäre Phimose bezeichnet wird. Das zeigt sich dadurch, dass das innere Blatt der Vorhaut an der Eichel festklebt. Die Gründe für diese angeborene Vorhautverengung sind nicht bekannt.

Wer versucht, die Vorhaut gewaltsam zurückzuschieben, riskiert kleine Verletzungen. Dadurch können sich Narben bilden, die eine krankhafte Verengung der Vorhaut nach sich ziehen, die durch einen narbigen Schnürring gekennzeichnet ist. Bei der narbigen Fixierung der physiologischen Verengung infolge eines gewaltsamen Retraktionsversuches oder nach einer Verletzung handelt es sich um eine sogenannte sekundäre Phimose, die auch bei Erwachsenen auftreten kann. Bei Erwachsenen kann sie die Folge einer Entzündung des inneren Vorhautblatts oder der Eichel sein.

Tritt eine Vorhautverengung im Erwachsenenalter neu auf, kann sie im Zusammenhang mit einer möglicherweise noch nicht diagnostizierten Zuckerkrankheit, der Diabetes mellitus, in Verbindung mit wiederkehrenden Entzündungen der Vorhautstehen. Deshalb sollte zeitnah eine Überprüfung des Blutzuckerspiegels stattfinden. Darüber hinaus gibt es verschiedene Hauterkrankungen, zum Beispiel Lichen sclerosus, in deren Folge es zu einer Phimose kommen kann. Um Entzündungen in diesem Bereich und einer Vorhautverengung vorzubeugen, sind eine regelmäßige Hygiene sowie das Zurückziehen der Vorhaut beim Baden, Duschen oder Wasserlassen empfehlenswert.

Eine Phimose behandeln – das sind die Möglichkeiten

Sobald Beschwerden auftreten, ist es sinnvoll, eine Phimose zu behandeln. Ziel einer Behandlung ist, Beschwerdefreiheit zu erreichen. Dazu stehen zwei Möglichkeiten zur Verfügung, die Behandlung mit Salbe oder ein operativer Eingriff. Welche Maßnahme die richtige ist, entscheidet sich je nach Einzelfall.

1. Die Behandlung mit einer Salbe

Mit einer Salbe wird eine Erweiterung der Vorhaut erreicht. Es handelt sich um kortisonhaltige Salben, die bei einer Verklebung oder Verengung erfolgversprechend sind. Gleichzeitig wird die Vorhaut durch regelmäßiges Zurückschieben gedehnt. Wichtig ist darauf zu achten, dass sie nicht einreißt. Außerdem ist Einfühlungsvermögen gefragt. Ist ein Kind alt genug, sollte es aus psychologischen Gründen die regelmäßigen Dehnungen am Penis selbst durchführen.

2. Eine Phimose operativ behandeln

Erst wenn die Behandlung mit einer Salbe erfolglos ist und die Beschwerden fortbestehen, kommt eine operative Behandlung der Phimose in Betracht. Voraussetzung ist, dass die Vorhautverengung tatsächlich behandlungsbedürftig ist, wenn zum Beispiel Störungen in Form von Schmerzen oder Aufblasen der Vorhaut beim Wasserlassen auftreten. Behandlungsbedürftig ist außerdem eine Entzündung der Vorhaut, insbesondere wenn sie wiederholt auftritt, oder wenn Vernarbungen vorhanden sind. Ist sie entzündet, muss die Entzündung vor einer Operation behandelt werden, wobei regelmäßig Antibiotika eingesetzt werden. Bei einer Operation stehen zwei Möglichkeiten zur Verfügung, eine radikale Beschneidung oder eine vorhauterhaltende Operation, die auch plastische Zirkumzision genannt wird. Ihrem Namen entsprechend ist Ziel einer vorhauterhaltenden Operation, möglichst viel Vorhaut zu erhalten, sodass die Eichel im nicht erigierten Zustand noch bedeckt ist. Bei einer radikalen Beschneidung wird die gesamte Vorhaut entfernt, nach der die Eichel vollständig frei liegt.

Der Ablauf einer operativen Behandlung der Phimose

Vor einer Phimose-OP findet ein Gespräch statt, in dem der genaue Ablauf besprochen und in dem der Patient über mögliche Risiken aufgeklärt wird. Ist der Patient ein Kind, müssen die Eltern beziehungsweise der gesetzliche Vertreter dem Eingriff zustimmen. Bei Kindern erfolgt der operative Eingriff unter Vollnarkose oder unter Betäubung von lokalen Nerven des Penis, wobei bei Erwachsenen eventuell eine örtliche Betäubung ausreichend ist.

Bei einer vollständigen Beschneidung wird zunächst die Vorhaut von der Eichel vorsichtig gelöst. Bei der vollständigen Beschneidung wird die Vorhaut am Penisrücken eingeschnitten und an der Stelle abgetrennt, an der die Eichel in den Penisschaft übergeht. Anschließend werden die innere und die äußere Vorhaut vernäht. Bei einer vorhauterhaltenden Operation wird das zu kurze Vorhautbändchen durchtrennt und mit einer angemessenen Weite vernäht.

Mögliche Risiken einer Phimose-OP

Wie jeder operative Eingriff ist auch die Operation einer Phimose mit Risiken verbunden. So kann es zu Blutungen, Entzündungen und zu Narbenbildung kommen. Die Gefahr der Narbenbildung besteht insbesondere bei einer vorhauterhaltenden Operation, die zu funktionellen Störungen führen kann. Es kann zu einer sekundären Vorhautverengung kommen, die eventuell einen erneuten operativen Eingriff notwendig macht. Auch das frühzeitige Auflösen der Fäden ist möglich, was zu einem Auseinanderweichen der Naht führen kann. Insbesondere bei einer vorhauterhaltenden Operation kann es in wenigen Fällen passieren, dass sich erneut eine verengte Vorhaut entwickelt. Sehr selten kommt es zu Verletzungen der Harnröhre oder der Eichel sowie zu einer Verengung der Harnröhrenmündung. Dieses Risiko kann durch die Verwendung einer Kortisonsalbe reduziert werden. Die Eichel kann nach einem operativen Eingriff anschwellen, sodass es zu Sensibilitätsstörungen kommen kann.

Nach einer Phimose-OP: Abheilung und Nachsorge

Es kann bis zu zwei Stunden dauern, bis die lokale Betäubung nach einer Phimose-OP ihre Wirkung verliert und der Penis seine Sensibilität wieder erlangt. Wird ein Verband angelegt, wird dieser am darauffolgenden Tag erneuert und die Wunde vom Urologen kontrolliert. In den folgenden Tagen ist es wichtig, sich als Patient Ruhe zu gönnen. Um den Heilungsprozess zu unterstützen, ist es sinnvoll, eine Unterhose zu tragen, die den Penis stabilisiert und nach oben hält. Empfehlenswert ist außerdem das regelmäßige Auftragen von Salben, eine Kühlung des betroffenen Bereichs sowie bei Bedarf die Einnahme leichter Schmerzmittel. In den Folgetagen kann es beim Urinieren zu einem leichten Brennen kommen. Um Infektionen vorzubeugen, ist ein regelmäßiger Wechsel des Verbands sinnvoll. Der Heilungsprozess kann in der ersten Woche durch tägliche Penisbäder unterstützt werden, die eine desinfizierende Wirkung entfalten. Nach zwei bis vier Wochen ist die Wunde vollständig verheilt und der Heilungsprozess abgeschlossen. Erst danach können sportliche Aktivitäten aufgenommen werden, was gleichermaßen für den Geschlechtsverkehr gilt. Sofern es zu Komplikationen kommt, sollte unverzüglich der behandelnde Arzt konsultiert werden.

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